Traumreise in die Tiefen meiner Seele…

Du hast mir konkrete Anweisungen gegeben, die Haustüre ist angelehnt, ich erwarte dich wie befohlen nur mit Halterlosen, hohen Schuhen und dem Halsband bekleidet. Ich stehe im Raum, die Hände nach hinten verschränkt, den Kopf leicht geneigt.

Schon allein das Warten macht mich kirre. Dann höre ich die Türe, deine Schritte, sehe aus den Augenwinkeln wie du einen kurzen Blick zu mir wirfst aber in aller Ruhe zur Garderobe gehst und deinen Mantel aufhängst. Du trittst herein, genießt den Anblick, kommst zu mir und hebst mit deinen Fingern meinen Kopf und küsst mich zu Begrüßung.

Dann schaust du mir tief in die Augen. Dein Blick ist gefüllt mit vielem, in der Tiefe sehe ich deine Liebe, an der Oberfläche deine Strenge und irgendwo dazwischen deine lustvolle grinsende Gier mit mir zu spielen. Deine Finger wandern von meinem Kinn in meinen Nacken und packen ihn fest. Deine andere Hand wandert über meinen Körper, die Brüste hinab und schnurstracks schieben sich deine Finger zwischen meine feuchten Lippen, bewegen sich dort leicht und verharren.

„Du böses Mädchen, du bist ja schon wieder feucht“ sagst du grinsend und schlägst mir mit einer blitzartigen Bewegung auf den Po. Immer noch den Griff in meinem Nacken küsst du mich, schaust mir tief in die Augen und sagst mit leiser charmant bestimmender Stimme „Knie nieder!“. Ohne deinem Blick zu entweichen gehe ich auf die Knie. „So ist es brav“ sagst du streng, du sprichst leise und bestimmend mit mir, dass du erwartest, dass ich dir absolut gehorche, dass ich deiner Lust diene und dass du mich benutzen wirst, flüsterst du mir ins Ohr, während du eine bereit liegende Augenbinde nimmst und sie mir umlegst.

Die Augenbinde versetzt mich sofort in einen schwirrenden Zustand, ich lausche deinen Worten, antworte brav mit „Ja Herr“ wenn du es forderst, genieße jede ach so zufällige Berührung, höre dich im Raum, verharre und horche.

Wieder packt deine Hand mich im Nacken, drückt meinen Oberkörper nach vorne mit dem Kopf fast zu Boden und du forderst mich auf meinen Arsch hoch zu strecken und meine Beine zu spreizen. Deine Hand wandert langsam über meinen Rücken, greift fest nach meinen Pobacken, du lässt deine Finger in mich hinein gleiten und bewegst sie. Ich spüre die tiefe Sehnsucht meine Beine weiter und weiter zu spreizen, mich dir soweit es nur geht zu öffnen.

Doch so leicht machst du es mir nicht und hörst einfach auf. Ich horche, ich stehe im Raum und höre deine Bewegungen. Du führst mich vorsichtig zum Tisch und durch deine entsprechenden Berührungen merke ich, dass ich mich auf ihn legen soll und tue es. Ich liege mit dem Rücken auf dem großen Tisch aber fühle wie ich mehr und mehr im Nirwana versinke. Ich lasse mich hineinfallen, denn ich vertraue dir.

In aller Ruhe beginnst du mich an den Tisch zu fesseln, legst die Knoten sanft um meine Hände und das Seil um die Tischbeine. Ich liebe und genieße jeden Augenblick in dem ich bewegungsloser im Seil der Freiheit eingebunden werde. Du legst meine Füße zusammen so dass meine Knie nach außen fallen und bindest mich fest an den Tisch. Ich weiß wie sehr du den Anblick liebst und spüre deine Blicke auf mir.

Ich liege da und tauche tiefer und tiefer, ich spüre die Feder über mich streifen und dann die weiche Wildlederpeitsche über meinen Körper wandern, meist leicht, dann fester. Ich genieße das Gefühl der Peitsche wie sie so vielfältig über meinen Körper wandert, kurz fest über meinen Venushügel, dann wieder in aller Sanftheit. Dann plötzlich das Nervenrad, ich habe ein wenig Angst vor dem Teil, spanne mich an, Atme anders, zittere ein wenig, doch du bist sehr vorsichtig und ich weiß wie genau du jede meiner kleinsten Rührungen und Atemzüge beobachtest.

Ich liege da und genieße alles was dort über meinen Körper steift, immer wieder deine Finger zwischen meine Beine wandern und mich verwöhnen, zwischendurch der Zauberstab, der mich völlig kirre macht, doch immer kurz bevor ich fast komme hörst du auf. Ich bin in der Tiefe, meine Gedankenwelt ist eine andere autonome, die Worte flüstert, die sich dir mit Genuss ausliefern. Meine Schenkel wollen sich mehr und mehr öffnen, dir öffnen und sich dir völlig hingeben.

Meine Ohren nehmen die klassische Musik im Hintergrund wahr, wie sie sich mit allem vereint, ich schwirre irgendwo im Nichts, wie in einer Trance und gebe mich dem Augenblick völlig hin. Meine Erregung steigert sich in Wallungen mehr und mehr und mehr… Ich bin irgendwo, doch nicht mehr auf dieser Erde. Mein Körper agiert nach deinen Berührungen wie nach einem Taktstock aber völlig wie von selber. Irgendwann hörst du nicht in letzter Sekunde auf und eine Ozeanwelle durchflutet in aller Heftigkeit meinen Körper. Fast atemlos falle ich in mich zusammen, alle Muskeln erschlaffen und ich lasse sie. Liebevoll löst du meine Fesseln und wickelst mich in eine warme Decke. Ich bin immer noch irgendwo, nur nicht auf dieser Erde. Du hältst mich fest und ich halte deine Hand fest. Du flüstert „ich bin bei dir“. Ich liege auf der Seite eingekuschelt, noch in der Augenbinde und lausche schwirrend der Musik.

Plötzlich beginnt ein lauteres Stück, ein fast dramatisches und plötzlich fließen mir einfach die Tränen. Es sind keine traurigen, es sind befreiende, sie fließen einfach und ich lasse sie fließen, auch weil ich weiß, dass sie für ihn wie ein Geschenk sind. Du hältst mich im Arm, flüstert, dass du da bist und dass du mich liebst. Ich halte deine Hand und küsse sie aus tiefster Sehnsucht heraus. du hältst mich fest, bist da, liebkost mich und schenkst mir etwas, was mir vor langer Zeit fehlte.

Ein sehnsuchtsvoller Teil von mir bekommt was ihm endlos fehlte. Meine Tränen fließen vor Freude, Entspannung und Glück. Und das Schönste ist, zu wissen wie sehr du diese liebst und ich mich nicht zurück halten muss, sondern das Gegenteil zu spüren, fließen lassen zu dürfen… Einfach zu fließen, einfach alles rausfließen lassen zu dürfen in deinen liebevollen Armen.

In Liebe, für meinen Löwen.

Bild: WhoArts

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