Wenn das Schicksal Aufgaben mitgestaltet…

Die erste Aufgabe meines nun wirklichen Herrn erscheint mir leicht, „Geh in eine Parfümerie und kaufe dir einen Flakon Potion von DSquared2. Sprüh etwas davon auf das Foto das ich beilege…“

Wie oft kämpfte ich bei vorherigen Spieldomaufgaben erstmal kurz mit meinen Vorbehalten. Wann komme ich in die Stadt? Was für ein Aufwand! Doch irgendwann grinste ich und dachte mir nur, ist doch zwecklos, du kommst ehe nicht drum herum. Also visierte ich in der Nähe meines Einkaufes eine Douglasparfümerie an…

Ohhh wie wunderbar 35 C, in meinem alten Auto ist leider die Klimaanlage kaputt, doch auch das hielt mich nicht ab. Kaum im Douglas gelandet, erwiderte man meine Frage erstmal leider mit einem Kopfschütteln, aber man könne im Computer nachschauen, wo es zu haben ist. In dem Zuge raffte ich dann auch, welche Sorte Parfüm der Marke gemeint war und es war laut der Datenbank leider nur in der Stadt zu haben. Kurze Ausflüge zu zwei Konkurrenzparfümerien waren ebenfalls erfolglos, also dachte ich, egal, was soll‘s, fährst du halt mit dem Auto kurz in die Stadt, setzte es in die Tat um und ergatterte sogar einen halblegalen Parkplatz, den ich später sogar ohne Knolle verlassen durfte. ,-)

Ich glaubte mich meinem Ziel so nahe, aber es kam anders.

Erste nette Verkäuferin suchte und suchte und fand nur den Tester und ein Duschgel. Sie durchwühlte mehrfach das Lager, aber leider erfolglos. Ich testete derweilen den Tester und war erstaunt, wie sehr mir der Duft gefiel. Doch das Parfüm war nicht da, eventuell sei es sogar ein Auslaufmodell. Doch so schnell gebe ich ja nicht auf, also fragte ich ganz nett und charmant, höflich, ob ich denn bitte den Tester kaufen könnte, was sie mit der Erwähnung verschiedenster Gesetzestexte verneinte, diesen dürfe sie nicht verkaufen.

Vom Duft entfacht und schon leicht verzaubert, erblühte meine Hartnäckigkeit und die gibt weiß Gott nicht schnell auf, wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat! Ich fragte mit Schirm, Charme und Melone auf der Zunge, nach dem Geschäftsführer und nach einigem Warten erschien ein zauberhaft junges schwules junges Kerlchen. Da dachte ich mir nur, das schaffe ich mit links, denn mein halber Freundeskreis besteht aus Schwulen und ich liebe es, mit ihnen herum zu flachsten.

Erst stellte auch dieser den Computer und das Lager auf den Kopf und verneinte anschließend meine Frage nach dem Kauf des Testers ebenfalls mit Gesetzestexten. Mittlerweile eingenebelt vom traumhaften Duft des Tester, denn kurzfristig hatte ich den Plan, ich sprühe mich voll und reibe dann halt mein Handgelenk am Foto, ließ ich aber charmant nicht locker. Denn ich nehme meine Aufgaben stets sehr ernst und so sagte ich ihm mit charmantem aber deutlich prägnantem Tonfall ich müsse unbedingt heute mindestens ein paar Tropfen davon haben! Er schüttelte wieder ganz lieb und fast mitleidig den Kopf.

Aufgeben gibt es für mich nicht! Dann kam mir die nächste Idee. Ich fragte ihn, wie es denn wäre, wenn ich einen leeren auffüllbaren Flacon kaufen würde und er mir mit dem Tester etwas abfüllen würde? Auch das verneinte er mit Gesetzestexten, er dürfe es nicht.

Ahhhh, da wurde ich im feinen Sinne hellhörig und fragte, „SIE dürfen es nicht! Aber wie wäre es denn, wenn Sie wegschauen und ich es tue?“ Er wollte wieder den Kopf schütteln, doch ich schaute ihn mit direktem verführerischem, charmantem Blicke an und sagte ganz leise mit Engelszungen zuckersüß und doch mit zarter Härte, hinterher „Ich MUSS dieses Parfüm heute haben! …und wenn ich dafür niederknien muss, dann tue ich es jetzt und hier!!!“ Sein Blick war göttlich, ich konnte mich nur mit enormer Kraft vom Lachen zurück halten. Damit war der Gute dann überfordert ,-))) Grinste in sich hinein, hatte genau verstanden, wie ernst ich es meinte und suchte ganz schnell in einer Schublade nach einem leeren Flacon, holte den Tester, schob mich hinter den Tresen, reichte mir den geöffneten Flacon und schaute demonstrativ lachend ganz wo anders hin.

So vollzog ich triumphierend mein Werk, kaufte noch meine Wimperntusche, und verabschiedet mich charmant mit den Worten „Sie wissen gar nicht, wie sehr Sie mir bei der Erfüllung einer wichtigen Aufgabe geholfen haben. Ich schreibe ein Buch darüber und ich werde Sie erwähnen, als den nettesten Douglasgeschäftsführer der Welt“ Er strahlte voller Freude und konnte sich kaum halten vor Schmunzeln.

Und wieder einmal, hatte ich es geschafft, etwas fast Unmögliches in die Tat umzusetzen… Welch ein traumhafter göttlicher Triumpf ,-)))) ….das Gefühl wird mich am heutigen Tag begleiten ,-)))) …es kann doch so wundervoll sein, wenn das Schicksal seine Finger im Spiel hat ,-)))

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