Umarmt, gehalten, dich riechend, ankommend, dich spürend, gebunden, verschnürt, gefesselt, mich ausliefert, fallen lassend, Augen verbunden, liege ich da in deinen Armen.

Höre noch alles drum herum, doch du ahnst es und öffnest neue Ohrstöpsel. Es sind andere, viel bessere, vorsichtig steckst du sie in meine Ohren und plötzlich höre ich nichts mehr.

Welch eine traumhafte Ruhe, ein Horchen tief in mich hinein und sofort strömen Erinnerungen hoch. Erst das Gefühl unter Wasser zu sein, doch dann ganz bald sehe ich das Korallenriff.

Eine traumhafte Schnorcheltour mitten auf dem Meer vor einigen Jahren erscheint, in all ihren Bildern, vor meinem dunklen Augen.

Meinen Körper bei dir, erspüre ich nur noch weit weg, ich horche ins Meer hinein, bestaune wie damals das Hineintauchen in die Unterwasserwelt. Unglaublich eine versteckte Welt im Wasser, im Meer unter der Oberfläche des Wassers, von außen nicht erahnbar.

Weich, bunt, sich bewegend, lebend, teils in Bewegung mit dem Wasser, Formen unglaublicher Schönheit voller Abstraktion, schillernd und immer wieder lassen sich ein paar Bewohner der Unterwasserwelt sehen. Ein Fischschwarm um mich herum, schillernd bunte Geschöpfe, merkwürdige Formen, ein Traumgemälde in seichter Bewegung.

Ich schwimme mit Leichtigkeit hindurch, tauche ab und an tief hinunter, in einigen Tiefen ist kein Boden erahnbar. Kalte und warme Wasserschichten umgeben mich in kleinen Strömungen, ich lasse mich völlig fasziniert durch diese Welt hindurchgleiten in absoluter Leichtigkeit, fast schwebend darf ich in diesem schwerelosen Land umherschwirren, schlage Unterwasserpurzelbäume vor Glück.

Und dann sehe ich sie, ich bin nicht allein, die Kleine ist auch da. Schwimmt tanzend wie eine kleine Meerjungfrau mit ihren roten langen Locken, schlägt Purzelbäume, gleitet durch das Wasser, als hätte sie nie etwas anderes getan, jauchzt fasziniert vor sich hin in jeder fließenden schwerelosen Bewegung von Leichtigkeit erfüllt.

Ich lache und lächle vor Freude bin unglaublich weit weg und will gar nicht mehr zurück. Doch irgendwann holst du mich ganz langsam zurück. Ich versuche dein Herz zu ertasten, möchte sein Pochen spüren, kurz vermutest du glaube ich, ein Seil würde nicht richtig sitzen, doch ich versuche nur dein Herz zu fühlen, um mich an seinem Spüren und kleinen Pochen an ihm, in die Welt zurück gleiten lassen können. Ich brauche etwas zum Spüren, etwas Schönes, damit ich überhaupt zurück will. Ich spüre dich, rieche dich, atme dich ein und versuche langsam aus der Schwerelosigkeit zurück zu kommen. Ich nehme alle Gefühle mit und lächle noch ganz lange, bin völlig entspannt und glückselig, wie immer wenn du mich so tief geführt hast, dass ich eine Weile bei meiner Kleinen sein konnte.

Langsam bindest du mich aus dem Seil und eigentlich bin ich etwas verwundert, dass es im Meer so trocken geblieben ist ,-)))) Du bist da und hältst mich fest und ich bleibe bei dir, in deinem Arm…

Danke

 

 

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