Ich mag es wenn ich nach unserer Reise, des Nachts, noch Zeit habe zu schreiben, es hat so eine besondere Stimmung, noch in diesem geborgenem Lächeln unsere vielen kleinen Sequenzen.

Jedes Mal wenn unser Augenblick beginnt, freue ich mich so sehr, mich zu dir auf den Boden zu setzten und mich einfach in deine Hände zu begeben, mich überraschen zu lassen, wie du mich diesmal entführst in ein Traumland, tief in mir, wo ich so vieles so anders empfinde, als im Wachen.

Ein wenig überwältigst du mich heute und ich gebe mich genüsslich hin, habe keine Ambitionen mich zu wehren, will dir einfach nur in diesem Augenblick gehören, mich fallen lassen, wissend, dass ich gut aufgehoben bin, in deinen Händen.

Erst gibst du mir nur wenig Seil, windest es um mich, ich möchte mehr Seil, doch werde brav warten. Ich will nichts zu sagen haben und warte geduldig, dem was kommt, spüre dich und deinen Körper, deine Hände, rieche dich, sauge alles was ich bekomme auf und gebe mich einfach nur hin.

Dann flüsterst du mir irgendwann plötzlich ins Ohr, „jetzt musst du sehr still halten, denn jetzt kommt ein Messer… Kommst du damit klar?“ Eine winzige Sekunde bin ich aus natürlichem Reflex leicht geschockt, doch schnell schaltet sich mein Gehirn und Gefühl ein. Das Gehirn sagt, er wird dir schon nichts tun, das Gefühl weiß, es vertraut aber vorsichtshalber antworte ich mal mit „Keine Ahnung…“ und weiß zugleich, dass ich mich einfach drauf einlassen will. Du sagst noch, wenn es zu viel wird, soll ich deine Hand drücken.

Und dann spüre ich es, es ist kühl aber stumpf und die Klinge fühlt sich recht breit an, meine Sensoren funktionieren 1a und jegliche Angst weicht, ich ärgere mich fast über mich selbst, denn wirkliche Angst verspüre ich nur wirklich ganz selten und doch hätte ich gerne in diesem Augenblick welche gehabt. Aber nein, überall an meinem Körper streichst du mit „besagtem Messer“ entlang und selbst am Hals blieb ich tief entspannt, denn den hatte ich dir eh schon irgendwie vermacht und mein Vertrauen in dich ist einfach da und ich spüre nichts, was es zum Wanken bringen könnte.

Ich genieße einfach jede Sekunde, jede Berührung und alles was du mit mir machst. Ich lasse mich einfach nur fallen, will einfach nur in diesem Augenblick dir gehören, was auch immer du mit mir machst. Mein Kopf versteht das nicht so ganz aber er weiß, wie sehr ich das in meiner versteckten Tiefe unendlich genieße und lässt mich einfach genießen was ist.

Irgendwann schenkst du mir mehr Seil, umso mehr es wird, umso fester es wird, umso göttlich hilfloser fühle ich mich und irgendwann bemerke ich, dass sich eine gewisse Feuchtigkeit ausbreitet. Die enge des Seils, das Ausgeliefert sein und ab und an die Berührung des Seils an meinen geheimem Orten entfachen sie. Deine Hände wie sie über meinen Körper gleiten, mich streicheln, entfachen meine Gier.

Irgendwann beginne ich mich fürchterlich über den Stoff an meinem Körper zu ärgern, ich versuche mir vorzustellen, wie göttlich es wäre ohne ihn, versuche mich in kleinen Zaubersprüchen, die ihn einfach wegzaubern sollen, doch leider scheint meine Zauberkraft über die Jahrhunderte etwas aus der Übung gekommen zu sein.

Was hätte ich drum gegeben, wenn sich dieser Stoff, meine Kleidung, einfach plötzlich in Luft aufgelöst hätte… ALLES! Die Vorstellung nackt in deinem Seil und deinen Armen zu liegen war göttlich. Jeder Berührung deiner Finger insbesondere zwischen meinen Schenkeln, verstärkten diesen Wunsch nur, und die Vorstellung in völliger Nacktheit in deinen Armen zu liegen, verzehrte mich.

Wäre ich nicht gefesselt gewesen, hätte ich mir den Stoff vom Leibe gerissen, denn all meine Zaubersprüche halfen leider nicht und trotzdem wollte ich auch nicht raus aus den Fesseln, sondern einfach nur in ihnen schwirren, in meinem unendlich glücklichem Land, deinen Armen, deinem Zauberland.

Ich wollte nicht raus aus diesem Land, ich wollte noch tiefer hinein, dem Land meiner Glückseligkeit.

Gegen das Ausbinden halft nur deine Geborgenheit, mich endlos in dich zu kuscheln, dich zu ertasten, deinen Herzschlag zu spüren, meine Augen wollte ich kaum öffnen und doch blieb mein glücklich Sein, als ich es irgendwann tat.

Meine Seele lächelt wieder und ist glücklich…. Danke

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